Wie wählst du einen ETF aus?

Du willst das Thema private Altersvorsorge endlich angehen und weißt mittlerweile schon, dass du in Aktien anhand von Exchange Traded Funds, also ETFs, investieren möchtest? Bevor du loslegen kannst und deine ersten ETF-Anteile kaufen wirst, solltest du wissen, bei welchem Anbieter du kaufst. Dazu kannst du hier klicken, wo wir dir die wichtigsten ETF-Anbieter zusammen gefasst haben. 

Außer den Anbieter, gibt es noch eine Reihe wichtiger Kriterien mit Hilfe derer du dir die für dich besten ETFs auswählen kannst. Dazu haben wir dir in diesem Blogpost eine praktische Liste zusammengestellt, die wie dein Spickzettel vor dem ETF-Kauf sein kann. 

Davor, ein kurzer Blick auf die Aktienmärkte

Wie stehen die Märkte aktuell? Das ist eine Frage, die du dir als Investor absofort häufig stellen wirst. Und dazu wollen wir einen kurzen Blick auf die Bewegung an den Aktienmärkten in den letzten 3 Monaten werfen.

Quelle: ariva.de (unbezahlte Werbung)

Was du hier siehst ist eine Erholung des Bärenmarktes, welcher um den 19. Februar 2020 begann und seinen Tiefpunkt nur einen Monat später am 18. März erreicht hatte. Ob diese Korrektur die letzte an den Börsen als Folge der Coronakrise war, ist fraglich, insbesondere, wenn man sich die hohen Arbeitslosenzahlen weltweit anschaut und die zahlreichen Insolvenzen. Aktuell ist der deutsche, wie auch US-Aktienindex schon wieder recht teuer bewertet, was du anhand des durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV oder auch PE Ratio im Englischen) von aktuell 23,41 (Quelle: Wall Street Journal [unbezahlte Werbung]) sehen kannst. Ab einem KGV von 25 spricht man von einer teuren Aktienbewertung.

Für deine langfristig orientierte Altersvorsorge hat die aktuell recht teure Bewertung allerdings keine große Bedeutung, da wir dann von einem Anlagehorizont von mind. 20 Jahren sprechen. Und wenn du dir einmal die letzten Krisen an den Börsen anschaust, wirst du sehen, dass jede Krise nach spätestens 15 Jahren wieder eingeholt wurde und neue Kursrekorde verzeichnet wurden. Es lohnt sich also jetzt zu investieren und dann ein schön großes Geldpaket zu deinem Renteneintritt in deinem Depot vorzufinden. 

Jetzt aber zum Thema ETF-Auswahl-Kriterien. 

ETF-Auswahl Kriterien

Wir empfehlen dir grundsätzlich auf folgende Kriterien zu achten, wenn du vor der Auswahl eines ETFs stehst: 

  • Historische Rendite

    Je nach ETF-Anbieter haben manche ETFs auf den gleichen Index leicht unterschiedliche Renditen. Das hängt zum einen mit der Natur des ETFs zusammen (replizierende oder synthetische ETFs) und der Effizienz des ETF-Anbieters Transaktionskosten zu managen. Schaue also immer, wo du die höchste Rendite für deinen Zielindex erhälst.

  • Steueroptimierung

    Es gibt zwei Arten von ETFs in Punkto Dividendenausschüttung: ausschüttende und thesaurierende ETFs. Bei den thesaurierenden ETFs wird die erzielte Rendite nicht ausgeschüttet, sondern der Kapitalertrag wird wieder in deinen ETF investiert. Das hat den Vorteil, das du dir die Kapitalertragssteuer bei jeder Ausschüttung sparst. Gerade für die Altersvorsorge sind Kapitalertragsauschüttungen nicht sinnvoll und sollten immer in das jeweilige Investment wieder reinvestiert werden.

  • Total Expense Ratio

    Wir empfehlen immer nach dem Rendite Check als nächstes auf die Kosten des Anbieters zu achten. Auch hier gibt es leichte Unterschiede und natürlich sollst du den ETF mit dem günstigsten Total Expense Ratio kaufen. In der Regel kosten ETFs zwischen 0,5% - 0,8% . Das Total Exchange Ratio setzt sich aus folgende Gebühren zusammen: Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren, Lizenzgebühren und Vertriebsgebühren. Je nach ETF können zusätzliche Kosten dazukommen, wie Swap-Gebühren bei synthetischen ETFs.

  • Fondsvolumen

    Ganz nach dem Prinzip "big is beautiful" empfehlen wir dir nur ETFs von Anbieter mit großem Fondsvolumen zu kaufen. Der Grund ist ganz einfach: da die Fixkosten der ETF-Anbieter fast immer gleich groß sind, können diese viel besser auf ein großes Fondsvolumen verteilt werden, als auf ein kleines. Zu den Fixkosten gehören Verwaltungsgebühren usw.

  • Indexabbildung

    Es gibt synthetische und vollständig replizierende ETFs. Bei vollständig replizierenden ETFs kauft der ETF-Anbieter die tatsächlichen Aktien, die in dem Index abgebildet sind. Bei einem synthetischen ETF passiert die Abbildung des Indexes anhand sogenannter Swaps, was ein kompliziertes Tauschgeschäft zwischen Börsenakteuren ist. Grundsätzlich sind synthetische ETFs etwas günstiger, aber sie können den Index nicht immer ganz genau abbilden. Wir empfehlen daher, den ETF auszwählen, der möglichst nah am originalen Index liegt. Das kannst du ganz einfach anhand der Kennzahl "Tracking Error" analysieren. Der Tracking Error gibt an, wie stark die Wertentwicklung des ETFs von dem wirklichen Index, den er abbildet, abweicht.

  • Anbieter

    Zum Schluss ist auch die Qualität des ETF-Anbieters wichtig. Große renommierte Anbieter können dir meistens die besten Preise anbieten, da sie die meisten Fondsgelder verwalten und dir somit attraktive Produkte bereitstellen.

Jetzt bist du bestens vorbereitet deine ersten ETFs zu kaufen. Und wenn du noch unsicher bist oder Fragen hast, schreib uns unten in die Kommentarbox oder auf unseren Social Kanälen: Facebook und Instagram. Wir freuen uns über dein Like und deine Kommentare.  

Geld Geflüster - Kurz und Knapp:

  1. ETF steht für Exchange Traded Fund. Dies sind börsengehandelte Fonds, die einen Index kostengünstig abbilden. 
  2. Es gibt 6 große Auswahlkriterien für ETFs: historische Rendite, Steueroptimierung, Total Expense Ratio, Fondsvolumen, Indexabbildung und Qualität des Anbieters. 
  3.  Schaue dir diese Kriterien immer sorgfältig vor dem Kauf eines ETFs in deinem Depot an. 

Die Informationen in diesem Blogpost basieren auf Recherchen und unserem besten Wissensstand.

Sie ersetzen nicht eine professionelle Finanzberatung. Die Anwendung, der hier genannten Empfehlungen, erfolgt auf eigenes Risiko.

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