ETFs – was ist das eigentlich

Wenn man sich mit dem Thema Aktien auseinandersetzt stößt man schnell auf das Wort „ETF“. Aber was genau ist ein ETF? Das wollen wir dir heute detaillierter erklären. Du wunderst dich vielleicht, warum dein Bankberater dir noch nie einen ETF empfohlen hat.  Das liegt daran, dass Banken an ETFs nicht viel Geld verdienen. Beim Kauf eines ETFs wird zwar eine Gebühr fällig, ähnlich wie bei einer Aktie, diese ist jedoch recht günstig und bewegt sich bei einem Online Broker oft im Rahmen von 1€ – 5€ (je nach Anbieter, Anlagesumme etc.). Für einen gemanagten Fond hingegen wird ein oft teurer Ausgabeaufschlag fällig, der teilweise 5% des Wertes beträgt. Trotzdem haben gemanagte Fonds in einigen Bereichen, in die man investieren möchte, ebenfalls ihre Berechtigung. Dazu aber mehr in einem anderen Blogpost. 

Kommen wir zurück zu den ETFs. Ein ETF ist eine bestimmte Art von Investmentfond, der an der Börse gehandelt wird und ist somit eine bestimmte Anlageform. Lies dir hierzu auch unseren Artikeln zu den verschiedenen Anlageklassen durch. 

ETF = Exchange Traded Fund

Wie der Name schon sagt, ist ein ETF ein Fond, der auch Index-Fond genannt wird. Dieser wird in der Regel direkt an der Börse gehandelt und ist passiv gemanagt. Im Gegensatz zu einer Aktie bündelt ein ETF eine Vielzahl an Unternehmen (oder ggf. auch Rohstoffe o.ä.) und spiegelt einen bestimmten Index wieder, wie z.B. den deutschen DAX oder den S&P 500. Es gibt mehr als 1.000 ETFs in Deutschland, die angeboten und gehandelt werden können. Neben Aktien-ETFs, gibt es einige andere Formen von ETFs, wie zum Beispiel Renten-ETFs, die risikoärmer sind. Das Wort Rente steht hier für Anleihe. Bei diesen ETFs kannst du, genau wie bei Aktien-ETFs, schon mit einer relativ kleinen Summe loslegen. Renten-ETFs spiegeln ebenfalls Indizes wieder. Es gibt sie für Staats- oder für Unternehmensanleihen. Einige bilden auch eine Mischung aus den beiden ab. Renten-ETFs können eine gute Alternative zu Bundesanleihen bieten, die aktuell leider kaum bzw. teilweise sogar negative Rendite bringen.

Nachfolgend findest du die wichtigsten Eigenschaften von ETFs: 


  • Risikostreuung

    ETFs ermöglichen eine breite Risikostreuung, indem man in verschiedene Branchen und Unternehmen zur gleichen Zeit investieren kann. Es gibt für alle Arten von Indizes ETFs, einer der bekanntesten ist wohl der MSCI World, der die Weltwirtschaft widerspiegelt und somit das Risiko sehr breit streut. Er beinhaltet mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern. So kann eine schlechte Performance von einigen Firmen oder Ländern besser ausgeglichen werden.

  • kleine Beträge möglich

    Im Gegensatz zu Aktien, bei denen immer mindestens eine Aktie gekauft werden muss, haben ETFs den Vorteil, dass man sie im Rahmen von Sparplänen kaufen kann. Schon geringe monatliche Beträge reichen aus, um ein kleines oder später auch größeres Vermögen aufzubauen. Ein Sparplan ist meist schon ab 25€ pro Monat möglich.

  • Laufzeit

    Theoretisch kann man seine ETFs jederzeit an der Börse wieder verkaufen. Da ETF - wie Aktien - Schwankungen unterliegen können, empfiehlt es sich das Geld mindestens zehn Jahre oder besser noch länger anzulegen. Somit können Kursschwankungen besser ausgeglichen werden. Am besten investiert man nicht sein gesamtes Geld in Aktien - Risikostreuung ist hier der Schlüssel. Achte außerdem auf den Zeithorizont und wann du dein Geld für andere Projekte, wie z.B. die eigene Immobilie, benötigen könntest.

  • Anbieter

    Es gibt verschiedene Anbieter, bei denen du ETFs kaufen kannst. Der mit Abstand größte Anbieter an der deutschen Börse ist iShares (gehört zum weltweit größten Vermögensverwalter BlackRock), dahinter folgt Xtrackers (Deutsche Bank) und Lyxor (Société Générale). Natürlich gibt es noch weitere Anbieter. Die gerade genannten sind nur die drei größten als grobe Orientierung. (Werbung, unbezahlt, da Markenname)

Wo kann ich ETFs kaufen

ETFs sind börsengehandelte Fonds und können deshalb auch an der Börse gekauft werden. Hierzu benötigt ihr zunächst ein Depot. Du kannst einen ETF im Rahmen eines sogenannten Sparplan kaufen, in dem du monatlich eine bestimmte Sparrate für einen oder mehrere ETFs festlegst. Hierzu die entsprechende ISIN eingeben, den Betrag, der angelegt werden soll sowie das Datum, ab dem es losgehen soll. Meist gibt es einen eigenen Reiter auf der Depotseite (nach dem Login) über den Sparpläne angelegt werden können. Alternativ kannst du natürlich auch einmalig in ETFs investieren.

 

 

 

Physiche versus synthetische ETFs

Es gibt physische und synthetische ETFs. Bei den physischen ETFs (auch physisch replizierend oder voll nachbildend genannt) wird ein Index so nachgebildet, dass die entsprechenden Aktien im Verhältnis gekauft werden. Wenn der Index klein ist, wie z.B. der DAX, werden alle Werte nachgekauft – das nennt man Vollreplikation. Wenn der Index sehr groß ist, wie der MSCI World, werden nur Teile nachgebildet – das heißt dann Teilreplikation oder Sampling. Diese Teilreplikation hat den Nachteil, dass sie nicht ganz genau ist. Bei Indizes, wie beispielsweise dem MSCI World wäre eine volle Nachbildung zwar möglich aber wahrscheinlich auch sehr teuer. Oft reichen die Stichproben (Sampling) aus, um den Index gut nachzubilden. Grundsätzlich ist eine physische Replikation etwas teurer und kostet etwas mehr Gebühren. 

Die Alternative ist die synthetische Replikation oder auch Swap-ETF, die günstiger ist. Diese Methode wird häufig bei nicht liquiden oder exotischen Märkten angewendet. Sie findet ebenfalls bei Märkten statt, die physisch schwierig nachzubilden sind. Bei der synthetischen also künstlichen Replikation werden nicht die tatsächlichen Aktien des jeweiligen Marktes gekauft, sondern mit Hilfe eines sogenannten Tauschgeschäftes mit einem anderen Finanzinstitut nachgebildet. Das nennt man dann Swap.  Der Tausch-Partner garantiert, dass die Entwicklung genau der entspricht, die der Index nachbildet. Der Nachteil an der Methode ist, dass wenn der Tausch-Partner zahlungsunfähig wird, ein Teil des Vermögens verloren gehen kann. Es gibt Gesetze, die dieses Risiko auf 10% des ETF Vermögens begrenzen. 

 

Dieser Blogpost soll einen ersten Einblick in die Welt der ETFs geben. Es gibt natürlich noch weitere spannende Themen, wie die sogenannten Megatrends, Rohstoff ETFs oder Paketlösungen. Wenn du Interesse an diesen Themen hast, behandeln wir sie gerne in den nächsten Blogposts. Wir hoffen, dir hat der Artikel gefallen und du weißt jetzt ein bisschen mehr zum Thema ETFs. 

 

Geld Geflüster - Kurz und Knapp:

  1. ETF steht für Exchange Traded Fund und beschreibt einen passiven Investmentfond, der einen bestimmten Indize, wie z.B. den DAX oder den Dow Jones nachbildet. 
  2. ETFs sind häufig günstiger als Fonds und haben den Vorteil, dass du schon mit recht niedrigen Summen (meist ab 25€) anfangen kannst zu investieren. 
  3. Es macht Sinn, ETFs für mindestens zehn Jahre anzulegen. Ein längerer Anlagezeitraum ist aber meist noch besser. 
  4. ETFs bieten die Möglichkeit eine Vielzahl an Unternehmen und Branchen zur gleichen Zeit zu kaufen und somit das Risiko zu streuen. 

Die Informationen in diesem Blogpost basieren auf Recherchen und unserem besten Wissensstand.

Sie ersetzen nicht eine professionelle Finanzberatung. Die Anwendung, der hier genannten Empfehlungen, erfolgt auf eigenes Risiko.

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