5 Dinge, die beim Immobilienkauf häufig schief gehen

Ein Eigenheim oder eine Immobilie als Rentenvorsorge ist von vielen ein Traum. Für die meisten von uns ist eine Immobilie das größte Investment, was man in seinem Leben macht. Für ein neues Auto, die neue Waschmaschine oder das neuste Smartphone kaufst du Testberichte, schaust dir unzählige Reviews an und fragst viele Freunde. Bei einem Immobilienkauf wird aber häufig am falschen Ende gespart. Viele informieren sich zu wenig, ziehen keine Experten hinzu und entscheiden aus dem Bauch heraus.  Fehler bei der Entscheidung nach der richtigen Immobilie können im Nachhinein teuer werden. Das bedeutet nicht, dass du dich nicht an das Thema Immobilien rantrauen solltest.  

Nachdem du dir ausgerechnet hast, wieviel Immobilie du dir eigentlich leisten kannst für dein Geld, fragst du dich , welche großen Fehler du vermeiden kannst. Wir haben mit Experten der Branche gesprochen und dir einige Tipps und Kniffe zusammengestellt: 

Die Kaufentscheidung wird ganz alleine getroffen.

Bei einem so großen Investment wie einer Immobilie, solltest du dich nicht alleine auf dein Bauchgefühl oder das gute Zureden des Maklers verlassen. Auch wenn man sich häufig schnell entscheiden soll ist es wichtig, das Investment von allen Seiten zu beleuchtet und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. 

Bei einem Bestandsgebäude, was evtl. älter ist und in das man Arbeit stecken muss, oder bei einem Gebäude, dass man um- oder anbauen möchte ist es definitiv ratsam im Vorfeld einen Architekten zu Rate zu ziehen. Wenn du umbauen möchtest, solltest du dich zusätzlich beim Bauamt im Vorfeld erkundigen, ob die geplanten Maßnahmen möglich sind. 

Den Kaufvertrag solltest du von einem Anwalt prüfen lassen. Der Notar setzt den Kaufvertrag auf. Dieser sollte für beide Parteien neutral sein. Trotzdem solltest du ihn zur Sicherheit überprüfen lassen. 

 

Man schaut sich nur die Immobilie an und nicht die Umgebung.

Du hast das Gefühl, du hast die absolute Traumimmobilie gefunden und hast in deinem Kopf schon alle Zimmer eingerichtet? Wichtig ist es aber nicht nur die Immobilie, sondern auch die Umgebung genau unter die Lupe zu nehmen. 

Als erstes solltest du dir den Bodenrichtwert anschauen, der online veröffentlicht wird, um ein besseres Gefühl für den Wert zu bekommen. 

Mach vor dem Kauf einen ausgiebigen Spaziergang in der Gegend deiner Wunschimmobilie. Sind große Straßen in der Nähe? Gibt es Fluglärm oder laute Züge, die vorbeifahren? Recherchiere, ob Bauprojekte in der Nachbarschaft geplant sind, wie z.B. Windräder. Hast du Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten usw. um die Ecke? Wie ist die Anbindung zu deinem Arbeitgeber? Musst du das Auto nehmen oder kannst du auch auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen? Bei Neubaugebieten solltest du nachschauen, was früher dort war. War es ein Acker, eine Wiese, eine alte Fabrik oder vielleicht eine Müllhalde? 

Du vergisst ins Baulastenverzeichnis zu schauen

Zusätzlich zum Grundbuch, was der Notar prüft (du solltest trotzdem darauf achten beim Vertrag), gibt es das Baulastenverzeichnis, was beim Kreisbauamt geführt wird. Das ist öffentlich einsehbar und wird in der Regel nicht vom Notar geprüft. Hier findest du öffentlich rechtliche Beschränkungen, die das Grundstück betreffen. Hier stehen z.B. Überbaurechte, Stellplätze für andere Grundstücke, die dich in deiner geplanten Nutzung beschränken können, Fensterrechte, Leitungen, usw. Du kannst das natürlich selbst einsehen und dir die Infos anlesen. Du kannst das aber auch deinen Anwalt prüfen lassen – hier kommen allerdings zusätzliche Kosten auf dich zu. 

Du gibst deinem Makler einen Freifahrtschein.

Du hast vielleicht schon einmal ein Exposé bei einem Makler angefragt. Bevor du das Exposé einsehen kannst, musst du einen Maklerauftrag unterschreiben. Dieser gewährleistet, dass dein Makler die Maklergebühr bei einem möglichen Kauf erhält. Es erlaubt dem Makler meistens auch, dir weitere Angebote zu schicken. Das Problem ist, wenn du mehrere Makler angefragt hast und von zweien die gleiche Immobilie angeboten bekommst, die du kaufen möchtest, kannst du nicht nachweisen , welcher Makler für die Kaufentscheidung verantwortlich ist. So kann es passieren, dass du die Maklergebühr gleich zweimal zahlen musst.

Das kannst du umgehen, indem du z.B. ohne Makler suchst. Da Makler aber auch Vorteile haben (wie z.B. eine breitere Auswahl, ein Experte den du fragen kannst usw.) , kannst du auch nur einen Makler beauftragen und lässt ihn für dich suchen. Dann solltest du dir einen raussuchen, der das was du suchst in seinem Portfolio abdeckt. Oder, wenn du etwas gesehen hast, kannst du den Maklerauftrag auf dieses Exposé beschränken. Am besten schreibst du in die Anfrage, dass du dich nur für dieses Objekt interessierst. Kontrolliere dann auch entsprechend den Maklervertrag.

Du machst zu wenig Besichtigungen.

Viele Besichtigungen sind zwar anstrengend, sie geben dir aber auch ein viel besseres Gefühl, was du für dein Geld bekommst. Auch wenn du nicht sofort kaufen willst, macht es Sinn hier und da schon einmal potenzielle Immobilien anzuschauen.

Auch das Objekt, was du kaufen möchtest, solltest du mehr als einmal anschauen. Oft fallen dir noch Details auf, z.B. das es zu einer anderen Tageszeit im Schatten liegt. Dunkle Wohnungen werden gerne am Abend gezeigt, laute Wohnungen in den Zeiten, in denen es leiser ist.

Versuche bei vielen Besichtigungen ein Auge für Details zu bekommen und vergleiche die Preise, um ein gutes Gefühl dafür zu haben, was teuer und was günstig ist. Eine gute Lage ist natürlich immer teurer, als eine mittelmäßige, aber die Qualität der Immobilien weicht häufig deutlich voneinander ab. 

Geld Geflüster - Kurz und Knapp:

  1. Eine Immobilie ist häufig die größte Investition, die man macht. Informiere dich umfangreich, greife auf Expertenwissen zurück und treffe keine vorschnellen Entscheidungen.
  2. Achte auf deinen Maklervertrag, zwei Makler können doppelt teuer werden. 
  3. Schau dir auch die Umgebung der Immobilie genau an, um böse Überraschungen zu vermeiden.
  4. Mach viele Besichtigungen, um ein gutes Gefühl dafür zu bekommen, wieviel Immobilie du für dein Geld bekommst. 

Die Informationen in diesem Blogpost basieren auf Recherchen und unserem besten Wissensstand.

Sie ersetzen nicht eine professionelle Finanzberatung. Die Anwendung, der hier genannten Empfehlungen, erfolgt auf eigenes Risiko.

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