Welcher Risikotyp bist du?

Investieren an der Börse sehen viele Deutsche auch heute noch als riskant. Die Möglichkeit das investierte Kapital zu verlieren, hält viele von uns davon ab überhaupt nur den ersten Schritt zu gehen. Doch oft ist die Angst vor dem Investieren völlig unbegründet. Dass du dir mit der richtigen Investitionsstrategie ein schönes Geldpolster für deine Altersvorsorge sichern kannst, sollte für Jede und Jeden von uns ein starker Anreiz sein sich mit den wichtigsten Schritten im Investitionsprozess bis hin zu deiner finanziellen Unabhängigkeit zu beschäftigen. Und wir zeigen dir wie :). 

Einer der wichtigsten Schritte ganz am Anfang in deiner Investitionsstrategie ist die Bestimmung deines Risikotypens

Was musst du über Risiko an der Börse wissen?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem systematischen und unsystematischen Risiko an der Börse: 

  • Systematisches Risiko: 

Man versteht unter diesem Begriff auch das Marktrisiko, worunter alle Faktoren fallen, die alle Wertpapiere gleichermassen betreffen. Ein gutes Beispiel zum Beispiel ist die Coronakrise, die im 1. Quartal 2020 einen großen Kursrutsch an den Aktienmärkten verursacht hat. Damals ist der ganze Markt in Deutschland um mehr als 35% gefallen und wir waren offiziell in einem Bärenmarkt in Börsianer Deutsch. Alle Aktien waren gleichermassen stark von der Coronakrise anfangs betroffen, hier spricht man also vom systematischen (System steht hier für den Gesamtmarkt) Risiko.    

  • Unsystematisches Risiko: 

Unter dem unsystematischen Risiko versteht man das unternehmensspezifische Risiko bzw. auch das branchenspezifische Risiko. Es geht hier also um ein ganz spezielles Unternehmen oder eine Branche, die gewisse Risiken mit sich bringt, die andere Unternehmen oder Branchen nicht vorweisen. Ein Beispiel ist zum Beispiel die Tabakindustrie, die auf Grund von immer strenger gewordener Gesetzgebung heutzutage kein Marketing mehr für Zigaretten machen darf. 

Wichtig zu wissen ist, dass du das unsystematische Risiko in deinem Depot anhand von Diversifikation vollkommen eliminieren kannst. Wie das genau funktioniert erklären wir dir in den nächsten Blogposts. 

"Risk comes from not knowing what you are doing"

Fünf Risikoklassen im deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG)

Wenn du dich von deinem Bankberater zu Investitionsprodukten beraten lässt, werden dir diese anhand von 5 Risikoklassen präsentiert. Diese Risikoklassen wurde im deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) definiert und sehen wie folgt aus: 

Risikoklasse Risikoart Anlageklassen & Finanzprodukte
A
kein Risiko
Spareinlagen, Festgeld, Termingeld
B
nur Zinsrisiko
Lebensversicherung, AAA-bewertete Staatsanleihen
C
Zins- oder Kursrisiko
Geldmarktfonds, Anleihefonds, Optionsanleihen
D
Zins-und Kursrisiko
Anleihen, Aktienfonds, Fremdwährungsanleihen, gewisse Zertifikate
E
Totalverlust möglich
Aktien, Alternative Investitionen, Futures, Hedge Fonds, Optionsscheine, Venture Capital usw.

Unter Zinsrisiko versteht man das Risiko von Zins-/Kursverlusten durch die Änderung des allgemeinen Marktzinsniveaus, dass im Euroraum die Europäische Zentralbank festlegt. 

Unter Kursrisiko versteht man die Schwankung eines börsengehandelten Wertpapiers. Grund der Kursschwankung kann viele Gründe haben, wie unternehmensspezifische Gründ, aber auch allgemeine Wirtschaftsdaten, wie Arbeitslosenzahlen, Inflation oder zB die Coronakrise. 

Unter Totalverlust oder auch Ausfallrisiko versteht man die Möglichkeit sein investiertes Kapital komplett zu verlieren. Das kann zum Beispiel einem Anleiheinvestor passieren im Falle einer Insolvenz, wo das Unternehmen seine offenen Schulden nicht mehr zurückzahlen kann.  

Mit diesen Risikoklassen kannst du recht schnell und einfach sehen, ob ein Finanzprodukt für dich geeignet ist oder nicht.  

Welcher Risikotyp bist du also?

Um für dich das passende Niveau an Risiko in der Finanzplanung zu bestimmen, empfehlen wir dir deinen Anlegertyp anhand einer der folgenden Online-Quizzes zu bestimmen: 

Easyfolio:

Der Anbieter Easyfolio [unbezahlte Werbung] ermöglicht es dir anhand von 10 Fragen deinen Risikoscore auf einer Skala von 0 – 100 zu bestimmen.

Je höher der Score ist, desto höher ist deine Risikobereitschaft. Easyfolio setzt einen höheren Risikoscore mit einer höheren Aktienquote in Verbindung und bietet drei Musterportfolien an.

Hier gehts zum Risikotyp-Quizz

Union Investment

Die Union Investment [unbezahlte Werbung] bietet auch ein einfaches Online Quizz an, bei dem du nach 5 Fragen sowohl deinen Risikotypen bestimmen kannst, als auch passende Anlageklassen vorgeschlagen bekommst. 

Hier gehts zum Fragebogen der Union Investment

Sobald du weisst, welcher Anlegertyp du bist, wird es dir viel leichter fallen, die passenden Finanzprodukte für dein Depot zu finden. Grundsätzlich empfehlen wir dir immer in Anlageklassen zu denken und dann Risiko unter verschiedenen Anlageklassen zu streuen. So bist du in Krisenzeiten nicht zu starken Kursschwankungen ausgesetzt und kannst mit Gewissheit deine Altersvorsorge aufbauen. 

Wie du ein Finanzportfolio für dich aufbaust, erfährst du in einem unserer nächsten Posts.  

Geld Geflüster - Kurz und Knapp:

  1. Im deutschen Wertpapierhandelsgesetz gibt es fünf Risikoklassen: von gar keinem Risiko bis hin zum Totalverlust
  2. Bestimme deinen Risikotypen, um einfacher zu wissen, wie du dein Depot aufbaust. Dazu kannst einen Online Fragebogen ausfüllen. 
  3. Gewissen Risiken kannst du durch Diversifikation in deinem Depot vollständig eliminieren (auch unsystematisches Risiko genannt), andere Risiken sind Marktrisiken, denen jeder Anleger und Investor ausgesetzt ist (systematisches Risiko).  
  4. Und vergiss nicht: Alles im Leben hat auf verschiedener Art und Weise mit Risiko zu tun. Man muss also nicht der totale Zocker sein, um in Wertpapiere an der Börse zu investieren. Nicht zu investieren, ist dabei keine Alternative, da sonst die Inflation dein Bargeld über die Zeit massiv schmälert. Wie Warren Buffet schon sagte „Risiko kommt davon, nicht zu wissen, was man tut“. 

Die Informationen in diesem Blogpost basieren auf Recherchen und unserem besten Wissensstand.

Sie ersetzen nicht eine professionelle Finanzberatung. Die Anwendung, der hier genannten Empfehlungen, erfolgt auf eigenes Risiko.

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